Kosten & Planung · April 2026

Wie viele Stunden braucht ein Hochzeitsfotograf?

Euripidis Kitsos · Hochzeitsfotograf Stuttgart April 2026 ca. 15 Minuten Lesezeit

Wie viele Stunden sollte man einen Hochzeitsfotografen buchen? Die meisten Hochzeiten brauchen zwischen 8 und 12 Stunden Fotografenbegleitung. Die genaue Zahl hängt vom Programm ab und lässt sich Baustein für Baustein berechnen. Die Frage kommt bei den meisten Paaren irgendwann während der Planung. Spätestens wenn man Angebote vergleicht und merkt, dass sich die Stundenumfänge stark unterscheiden, von 2 bis 14 Stunden und mehr.

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Aber es gibt einen Weg, den eigenen Bedarf ziemlich genau zu schätzen. Jeder Hochzeitstag besteht aus einzelnen Bausteinen: Getting Ready, Trauung, Brautpaar-Shooting, Empfang, Essen, Party. Jeder Baustein braucht eine bestimmte Zeit, abhängig von Gästezahl, Art der Trauung und eurem Programm.

Dieser Artikel liefert euch die Richtwerte für jeden einzelnen Baustein. Die Zahlen basieren auf Erfahrung aus über zehn Jahren Hochzeitsfotografie. Ihr könnt die Programmpunkte eures Tages durchgehen, die Zeiten addieren und am Ende selbst einschätzen, wie viele Stunden ihr einen Hochzeitsfotografen wirklich braucht. Wenn ihr später euren Fotografen, Caterer und DJ habt, könnt ihr die Schätzung mit deren konkreten Angaben verfeinern.

Richtwerte für jeden Baustein, drei Rechenbeispiele und ein klarer Weg von der Schätzung zum passenden Stundenformat.

1 Euer Hochzeitstag: Baustein für Baustein

Jeder Hochzeitstag setzt sich aus den gleichen Bausteinen zusammen. Nicht jedes Paar braucht alle, und die Zeiten variieren. Aber die Bausteine sind immer dieselben. Die folgenden Abschnitte zeigen, wie lange jeder Programmpunkt realistisch dauert, damit ihr eure eigene Stundenzahl berechnen könnt.

Getting Ready

Die Vorbereitungen am Morgen: Styling, Anziehen, letzte Details. Oft getrennt, Braut und Bräutigam an verschiedenen Orten. Was der Fotograf davon festhält und wie viel Zeit das braucht, hängt davon ab, wie viel ihr dokumentiert haben wollt.

Kurz (ca. 1 Stunde): Der Fotograf kommt, wenn das Styling fertig ist. Er fotografiert die Details (Kleid, Schuhe, Schmuck, Ringe, beim Bräutigam Anzug, Manschettenknöpfe, Uhr), dann das Anziehen des Kleids und die letzten Handgriffe. Allein die Detailfotos brauchen mindestens 30 Minuten. Damit sie funktionieren, muss vorher geklärt sein, wo man das Kleid aufhängen kann: ein schöner Türrahmen, ein Fenster mit Licht, ein Haken an der richtigen Wand. In einem dunklen Hotelzimmer ohne Aufhängemöglichkeit geht wertvolle Zeit verloren.

Mittel (ca. 2 Stunden): Wie oben, plus die letzten 30 bis 45 Minuten des Stylings. Der Fotograf ist dabei wenn die Frisur sitzt, das Make-up finalisiert wird, die Braut sich zum ersten Mal im Spiegel sieht. Hier entstehen die Bilder mit den echten Emotionen: Vorfreude, Nervosität, der Moment in dem es real wird.

Lang (ca. 3 Stunden): Der Fotograf begleitet das Getting Ready von Anfang an. Styling komplett, Details, Anziehen, Reaktionen der Trauzeugin oder der Mutter. Wer diesen Teil des Tages vollständig dokumentiert haben will, muss die Zeit einplanen, denn Styling dauert oft länger als man vorher denkt.

Wenn sich Braut und Bräutigam an verschiedenen Orten fertig machen, braucht der Fotograf Fahrzeit dazwischen. Liegen die beiden Orte 20 oder 30 Minuten auseinander, gehen schnell 45 Minuten nur für den Wechsel verloren. Je näher die beiden Orte beieinander liegen, desto mehr Zeit bleibt für Fotos statt für die Strasse.

Richtwert: 1 bis 3 Stunden. Fahrzeit: +20 bis 45 Minuten wenn Braut und Bräutigam an verschiedenen Orten.

Später verfeinern mit: Eurer Visagistin (Dauer Styling) und eurem Fotografen (Vorlauf für Detailfotos, Wechsel zum Bräutigam möglich?).

Vor der Trauung

Zwischen Getting Ready und dem Beginn der Zeremonie passiert mehr als man denkt, und diese Zeit wird bei der Planung oft vergessen.

Der Fotograf sollte etwas früher als die Braut an der Trauungslocation ankommen. 15 Minuten vor Ort reichen, um die Stimmung einzufangen, die man später gerne vergisst: den wartenden Bräutigam, die Hochzeitsgesellschaft vor der Tür, nervöse Blicke, letzte Gespräche, die Spannung kurz bevor es losgeht. Das sind Bilder die kein Gast mit dem Handy macht, weil alle selbst Teil des Moments sind.

Optional: First Look. Manche Paare planen ein erstes Aufeinandertreffen vor der Trauung, andere sehen sich bewusst erst am Altar. Wer einen First Look macht, schafft damit einen ruhigen Moment für Brautpaarfotos, wenn die Energie noch frisch ist und das Licht oft besser steht als später am Abend. Zeitlich kommen dafür 15 bis 30 Minuten dazu.

Richtwert: 15 Minuten vor Ort. Mit First Look: 30 bis 45 Minuten. Jeweils plus Fahrzeit von der Getting-Ready-Location.

Später verfeinern mit: Eurem Fotografen (Vorlauf-Bedarf, First-Look-Ablauf).

Trauung

Die Dauer der Zeremonie hängt von der Art der Trauung ab und ist der Programmpunkt, bei dem die Unterschiede am grössten sind.

Standesamtliche Trauung: 20 bis 30 Minuten. Manche Standesbeamte sind in 15 Minuten durch, andere lassen sich mehr Zeit. Die fotografisch wichtigen Momente sind kompakt: Einzug, Ringwechsel, Kuss, Unterschrift. Wichtig zu wissen: In manchen Standesämtern darf der Fotograf sich frei bewegen, in anderen gibt es feste Einschränkungen. Manche Beamte erlauben Fotos nur beim Ringwechsel und Kuss. Das sollte vorher geklärt sein.

Freie Trauung: 30 bis 60 Minuten, je nach Redner und Programm. Hier gibt es oft mehr fotografische Vielfalt: persönliche Rituale, Lesungen, Reaktionen der Gäste. Weil der Ablauf individuell ist, hilft es dem Fotografen wenn er vorher weiss, was geplant ist, damit er für die entscheidenden Momente richtig steht.

Evangelische Trauung: 30 bis 45 Minuten. Die Lichtverhältnisse in Kirchen sind oft eine Herausforderung, und nicht jeder Pfarrer erlaubt es, sich während der Zeremonie frei zu bewegen.

Katholische und griechisch-orthodoxe Trauung: 45 bis 60 Minuten. Katholische Trauungen mit Messe können am längeren Ende liegen. Griechisch-orthodoxe Zeremonien haben einen komplett anderen Ablauf als westliche Trauungen: Stefana, Kerzen, die drei Runden um den Altar, der Gesang. Für den Fotografen bedeutet das mehr Bewegung, mehr Licht- und Positionswechsel und mehr Momente die schnell passieren. Wer eine griechisch-orthodoxe Hochzeit plant, sollte einen Fotografen suchen der den Ablauf kennt.

Bei allen Zeremonieformen gilt: Der Fotograf braucht den groben Ablauf vorher. Dann kann er sich vorbereiten statt zu improvisieren.

Richtwert: 30 Minuten (Standesamt) bis 60 Minuten (katholisch/griechisch-orthodox). Plus 15 Minuten Vorlauf.

Später verfeinern mit: Standesbeamtem, Pfarrer oder freiem Redner (geplante Dauer, Einschränkungen für den Fotografen).

Gratulation und Gruppenfotos

Nach der Trauung wird gratuliert. Die Gratulation dauert länger als man denkt. Bei 20 bis 30 Gästen ist sie in 10 bis 15 Minuten erledigt. Bei 80 oder mehr Gästen können 30 bis 45 Minuten vergehen. Fotografisch ist sie wichtiger als viele denken: hier fällt zum ersten Mal die Anspannung ab und die echten Emotionen kommen durch. Umarmungen, Tränen, Lachen. Das sind oft die einzigen Bilder, auf denen jeder einzelne Gast mit dem Brautpaar zu sehen ist.

Gruppenfotos kommen direkt nach der Gratulation. Pro Gruppenbild 3 bis 5 Minuten. Bei 5 Gruppen seid ihr in 20 Minuten durch, bei 10 oder mehr kann es 30 bis 45 Minuten dauern. Eine vorbereitete Liste spart hier enorm viel Zeit, weil niemand erst zusammengesucht werden muss.

Richtwert: 15 bis 45 Minuten (abhängig von Gästezahl und Anzahl der Gruppenbilder).

Später verfeinern mit: Eurem Fotografen (Ablauf Gruppenfotos, wann im Zeitplan, Liste vorbereiten).

Brautpaar-Shooting

Das Brautpaar-Shooting ist der Teil des Tages, auf den sich die meisten Paare am meisten freuen und gleichzeitig am meisten Sorgen machen. Wie stehe ich, wohin mit den Händen, wie sieht das natürlich aus? Diese Unsicherheit kostet am Hochzeitstag Zeit, weil der Fotograf erst eine Verbindung aufbauen muss, bevor die Bilder authentisch werden.

Das Shooting läuft fast immer parallel zum Sektempfang. Die Gäste sind versorgt, das Brautpaar ist für 30 bis 60 Minuten unterwegs. Entweder auf dem Gelände der Location oder an einem Spot in der Nähe. Fotografisch ist das der Block, in dem die Bilder entstehen, die später an der Wand hängen oder gross ins Album kommen.

Der grösste Zeitfaktor beim Shooting ist nicht der Fotograf, sondern ihr. Paare, die sich vor der Kamera unsicher fühlen, brauchen länger um locker zu werden. Das ist normal. Aber es bedeutet: Von 60 Minuten Shooting-Zeit gehen die ersten 15 bis 20 Minuten oft für das Aufwärmen drauf. Die besten Bilder entstehen danach.

Probeshooting: der Faktor den kaum jemand auf dem Schirm hat. Paare, die vor der Hochzeit ein Paarshooting gemacht haben, brauchen am Hochzeitstag deutlich weniger Zeit für das Brautpaar-Shooting. Nicht weil sie posieren gelernt haben, sondern weil sie wissen, wie es sich anfühlt, vor der Kamera zu stehen. Die Unsicherheit ist weg. Der Fotograf kennt das Paar, weiss was funktioniert, muss nicht bei null anfangen. Mit Probeshooting reichen 30 bis 45 Minuten für starke Ergebnisse, weil von der ersten Minute an echte Bilder entstehen. Ohne Probeshooting brauchen die meisten Paare 60 bis 90 Minuten für vergleichbare Resultate.

Das ist nicht nur eine Frage der Fotografenzeit. Während das Brautpaar beim Shooting ist, warten die Gäste beim Sektempfang. 30 bis 45 Minuten Sektempfang sind angenehm. 90 Minuten plus Fahrzeit zum Shooting-Spot sind es nicht mehr. Die Gäste merken den Unterschied.

Ein separates Paarshooting vor der Hochzeit kostet in Stuttgart je nach Fotograf zwischen 350 und 450 Euro. Manche Hochzeitsfotografen bieten es als Teil ihres Pakets an, ohne Aufpreis. Es lohnt sich, gezielt danach zu fragen, denn die wenigsten Fotografen erwähnen es von sich aus. Wer ein Probeshooting im Paket hat, spart am Hochzeitstag 30 bis 45 Minuten Fotografenzeit, bekommt bessere Bilder und verkürzt die Wartezeit für alle.

Noch ein Punkt zur Planung: In Hochzeitskleidung läuft man langsamer als man denkt. Wenn der Shooting-Spot nicht direkt auf dem Gelände liegt, kommen Fussweg oder Fahrzeit dazu. Das frisst Zeit, die vorher niemand auf dem Schirm hat.

Richtwert: 30 bis 45 Minuten mit Probeshooting. Ohne Probeshooting 60 bis 90 Minuten für vergleichbare Ergebnisse. Fahrzeit: +15 bis 30 Minuten wenn der Spot nicht auf dem Gelände liegt.

Später verfeinern mit: Eurem Fotografen (Shooting-Spot, Erreichbarkeit, ist ein Paarshooting vor der Hochzeit im Paket enthalten?).

Empfang, Essen und Reden

Der gesellige Teil des Tages, und der Block der zeitlich am stärksten variiert. Zwischen einem Buffet mit einer kurzen Rede und einem Fünf-Gänge-Menü mit Spielen und drei Reden liegen Welten.

Das Essen ist der grösste Zeitblock. Ein Buffet geht schneller als ein serviertes Menü, weil die Gäste sich selbst bedienen und kein Warten zwischen den Gängen entsteht. Trotzdem sollte man nicht unter 1,5 Stunden rechnen, bei grossen Gesellschaften eher 2 Stunden. Ein Drei- bis Fünf-Gänge-Menü dauert 2 bis 3 Stunden, manchmal länger, weil zwischen den Gängen Programmpunkte stattfinden.

Reden und Programm lassen sich schlecht vorhersagen. Manche Hochzeiten haben eine kurze Rede der Trauzeugen und das war es. Andere haben fünf Redner, ein Quiz, eine Diashow und eine Einlage der Freunde. Pro Rede 5 bis 10 Minuten, aufwändigere Spiele 15 bis 30 Minuten. Viele Paare wissen bei der Buchung noch nicht, was die Gäste vorbereitet haben. Wer auf Nummer sicher gehen will, plant Puffer ein.

Tortenanschnitt: Fotografisch ein fester Programmpunkt und für viele Gäste ein Pflichtfoto. Dauert nur 5 bis 10 Minuten, findet aber oft später statt als man denkt. Manche Paare planen ihn zwischen den Gängen, bei vielen Hochzeiten rutscht er aber in den Abend, wenn die Gäste satt sind und die Party schon angefangen hat. Wenn euer Fotograf zu diesem Zeitpunkt nicht mehr da ist, gibt es keine professionellen Bilder davon. Deshalb: Plant den Tortenanschnitt bewusst in den Zeitraum, in dem der Fotograf noch da ist, oder kalkuliert die zusätzliche Zeit mit ein.

Fotografisch ist dieser Block wichtiger als er klingt. Hier passiert viel zwischen den Menschen: Reaktionen bei den Reden, Lachen bei den Spielen, Gespräche zwischen den Gängen. Der Fotograf geht von Tisch zu Tisch und macht die Gästeportraits, die man später am meisten schätzt, weil sie zeigen, wer da war und wie die Stimmung war.

Richtwert: 2 bis 4 Stunden, abhängig von Menüform und Programm.

Später verfeinern mit: Caterer/Location (Dauer Essen) und DJ/Moderator (Zeitplan Reden, Programmpunkte, Tortenanschnitt).

Eröffnungstanz und Party

Alles ab dem ersten Tanz. Die Abendstimmung ist fotografisch eine eigene Welt: anderes Licht, andere Energie, andere Momente. Hier entstehen die Bilder, die niemand geplant hat.

Der Eröffnungstanz selbst dauert nur wenige Minuten, ist aber einer der meistfotografierten Momente des Tages. Direkt danach füllt sich in der Regel die Tanzfläche, und die Stimmung kippt vom formellen Teil in den freien Abend. Dieser Übergang ist fotografisch besonders, weil die Gäste loslassen, die Kinder auf der Tanzfläche herumrutschen und die Grosseltern plötzlich mittanzen.

Wie lange der Fotograf bleibt, ist eine bewusste Entscheidung.

Bis zum Eröffnungstanz: Der Fotograf dokumentiert den Tanz und die ersten 15 bis 20 Minuten danach, dann ist Schluss. Das reicht, um den Übergang vom Programm in die Party festzuhalten. Die meisten Paare, die 8 Stunden buchen, landen ungefähr hier.

Bis die Party läuft: Ein bis zwei Stunden nach dem Eröffnungstanz. Tanzflächenfotos, Partybilder, die Stimmung wenn es dunkel wird draussen und laut drinnen. Danach geht der Abend privat weiter.

Bis zum Ende: Der Fotograf bleibt so lange wie die Party dauert, ob das Mitternacht ist oder zwei Uhr morgens. Das Format für Paare, die ihre komplette Geschichte dokumentiert haben wollen, von morgens bis zum letzten Tanz. Es bedeutet auch: keine Uhr im Kopf, weder beim Paar noch beim Fotografen.

Richtwert: 0 bis 4+ Stunden, je nachdem wo ihr den Schlusspunkt setzen wollt.

Später verfeinern mit: Eurem DJ (Zeitpunkt Eröffnungstanz) und eurem Fotografen (bis wann er bleiben soll).

Eure Rechnung

Geht die Bausteine durch, streicht was bei euch nicht vorkommt, und addiert die Richtwerte. Das Ergebnis ist eure Orientierung. Drei Beispiele:

Beispiel 1: Standesamtliche Trauung, kleiner Empfang
Kein Getting Ready + Trauung mit Vorlauf (1h) + Gratulation bei 30 Gästen (0,25h) + Brautpaar-Shooting (0,75h) + Sektempfang (1h) + Puffer (0,25h) = ca. 3 Stunden.

Beispiel 2: Kirchliche Trauung, Empfang, Party (mit Probeshooting)
Getting Ready mittel (2h) + Fahrt (0,25h) + Trauung evangelisch mit Vorlauf (1h) + Gratulation + Gruppenfotos bei 80 Gästen (0,75h) + Brautpaar-Shooting (0,5h) + Fahrt zur Location (0,5h) + Empfang und Essen (3h) + Eröffnungstanz (0,5h) + Puffer (0,5h) = ca. 9 Stunden.

Beispiel 3: Ganztag, griechisch-orthodoxe Hochzeit
Getting Ready lang (3h) + Fahrt (0,5h) + Trauung griechisch-orthodox mit Vorlauf (1,25h) + Gratulation + Gruppenfotos bei 120 Gästen (1h) + Brautpaar-Shooting (0,75h) + Fahrt (0,5h) + Empfang und Menü (4h) + Party bis Ende (4h) + Puffer (0,5h) = ca. 15,5 Stunden.

Ihr habt jetzt euren Schätzwert. Der nächste Abschnitt ordnet die gängigen Stundenformate ein und zeigt, wie ihr euren Wert in ein konkretes Buchungsformat übersetzen könnt.

2 Die Stundenformate im Überblick

Ihr habt euren Schätzwert. Jetzt geht es darum, diesen Wert in ein buchbares Format zu übersetzen. Hochzeitsfotografen arbeiten nicht stundengenau, sondern in Formaten. Die gängigen Abstufungen am Markt:

Format Typischer Rahmen
2 bis 3 Stunden Standesamtliche Trauung mit Gratulation und kurzem Shooting
5 bis 6 Stunden Trauung plus Empfang, oder Getting Ready plus Trauung plus Shooting
8 Stunden Der klassische Hochzeitstag: Getting Ready bis Eröffnungstanz
10 bis 12 Stunden Ganztag mit Party, der Fotograf bleibt bis der Abend läuft
14 Stunden und mehr Keine Zeitbegrenzung, von morgens bis zum letzten Tanz

Die Tabelle ist eine Orientierung, kein starres Raster. Euer Schätzwert aus dem vorherigen Abschnitt zeigt, wo ihr landet. Entscheidend ist die Frage: Was passiert, wenn der Schätzwert zwischen zwei Formaten liegt?

Aufrunden oder abrunden?

Wer auf 7 Stunden kommt, steht vor der Wahl: 6 oder 8 buchen. Die ehrliche Empfehlung: aufrunden. Hochzeitstage laufen nie exakt nach Plan. Die Gratulation dauert länger, das Essen verschiebt sich, der Tortenanschnitt rutscht nach hinten. Wer knapp kalkuliert, steht am Abend vor der Entscheidung, den Fotografen nach Hause zu schicken oder Extrastunden nachzubuchen. Beides ist kein gutes Gefühl. Extrastunden kosten in der Regel mehr als derselbe Umfang im Paket. Vorher einplanen ist günstiger als nachher drauflegen.

Der Probeshooting-Effekt

Paare, die vor der Hochzeit ein Paarshooting gemacht haben, brauchen am Hochzeitstag weniger Zeit für das Brautpaar-Shooting. Das wurde im vorherigen Abschnitt ausführlich erklärt. Für die Formatwahl bedeutet das konkret: Ein Probeshooting kann euren Schätzwert um 30 bis 45 Minuten nach unten verschieben. Das reicht oft, um von einem grösseren ins nächstkleinere Format zu rutschen, zum Beispiel von 9 auf 8 Stunden. Gleichzeitig verkürzt sich die Wartezeit eurer Gäste beim Sektempfang. Ob euer Fotograf ein solches Shooting als Teil seines Pakets anbietet, ist eine der Fragen, die sich beim Paketvergleich am schnellsten beantworten lässt.

Vom Schätzwert zum nächsten Schritt

Ihr wisst jetzt, wie viele Stunden euer Tag braucht und welches Format dazu passt. Der nächste Schritt: Pakete vergleichen. Achtet dabei nicht nur auf die Stundenzahl, sondern auf das, was im Paket enthalten ist. Ein Paarshooting vor der Hochzeit zum Beispiel spart euch nicht nur Zeit am Hochzeitstag, sondern liefert zusätzliche Bilder und nimmt die Unsicherheit vor der Kamera. Manche Fotografen bieten es ohne Aufpreis im Paket an, andere nicht. Das ist einer der Unterschiede, die man erst sieht, wenn man die Pakete nebeneinander legt.

Ihr wisst jetzt, wie viele Stunden euer Hochzeitstag braucht. Der nächste Schritt: Pakete vergleichen und schauen, was in eurem Format enthalten ist.

Ein Punkt, der sich beim Vergleich schnell auszahlt: Ob ein Paarshooting vor der Hochzeit im Paket enthalten ist. Es spart euch am Hochzeitstag 30 bis 45 Minuten Shooting-Zeit, liefert zusätzliche Bilder und verkürzt die Wartezeit eurer Gäste.

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Alle wichtigen Fragen fürs Erstgespräch: Checkliste herunterladen (PDF)

3 Häufige Fragen

Brauche ich ein Getting Ready?

Das hängt davon ab, was ihr von eurer Reportage erwartet. Das Getting Ready ist eine der vier Säulen einer vollständigen Hochzeitsreportage: Vorbereitungen, Zeremonie, Feier, Party. Wer eine komplette Geschichte will, in der der Tag von Anfang an erzählt wird, kommt ohne diesen Block nicht aus. Die Bilder vom Getting Ready lassen sich später nicht nachholen.

Manche Paare nehmen diesen Block bewusst mit, andere starten erst ab der Trauung. Wer das Budget im Blick behalten will: Stunden lassen sich realistisch nur an zwei Stellen kürzen, vorne beim Getting Ready und hinten bei der Party. Alles dazwischen, Trauung, Gratulation, Shooting, Empfang, ist der Kern des Tages und lässt sich kaum komprimieren.

Braucht man einen zweiten Fotografen?

Bei den meisten Hochzeiten nicht. Ein erfahrener Fotograf, der rund um das Brautpaar arbeitet, deckt die Geschichte des Tages ab. Der Tag wird durch das Paar erzählt, nicht durch Detailaufnahmen von allem, was 200 Gäste gleichzeitig tun.

Ein zweiter Fotograf lohnt sich in zwei Situationen: Wenn Braut und Bräutigam sich gleichzeitig an verschiedenen Orten fertig machen und beides dokumentiert werden soll. Oder bei sehr grossen Hochzeiten mit 150 Gästen und mehr, wo bestimmte Momente parallel stattfinden, die ein einzelner Fotograf räumlich nicht abdecken kann.

Was passiert, wenn die gebuchten Stunden nicht reichen?

Extrastunden lassen sich am Hochzeitstag dazubuchen. Die meisten Fotografen regeln das unkompliziert. Aber genau hier entstehen Missverständnisse, wenn es vorher nicht klar besprochen wurde. Was kostet eine zusätzliche Stunde? Wer spricht es an? Wird am Tag selbst entschieden oder nachträglich abgerechnet? Diese Punkte gehören vor der Hochzeit geklärt und schriftlich festgehalten, nicht erst wenn der Moment da ist.

Extrastunden kosten pro Stunde in der Regel mehr als dieselbe Zeit im Paket. Wer absehbar länger braucht, fährt besser mit dem nächstgrösseren Format. Was genau man schriftlich festhalten sollte und wie man das im Erstgespräch klärt, steht ausführlich im Ratgeber Hochzeitsfotograf finden: Worauf wirklich achten?

Macht der Fotograf Pausen?

Bei 8 Stunden und mehr: ja. Die erste Pause fällt fast immer in die Essensphase. Das ist kein Zufall: Während des Essens will niemand fotografiert werden. Die Gäste sitzen, die Stimmung ist ruhig, fotografisch passiert wenig. Erfahrene Fotografen nutzen genau dieses Zeitfenster. Das läuft im Hintergrund und wird nicht von der gebuchten Zeit abgezogen.

Bei Ganztagsbegleitungen sollte eine Mahlzeit für den Fotografen eingeplant sein. Die meisten Locations und Caterer sind das gewohnt. Es muss kein Fünf-Gänge-Menü sein. Ein normales Essen reicht völlig. Oder wie ein griechisches Sprichwort sagt: Νηστικό αρκούδι δεν χορεύει. Ein hungriger Bär tanzt nicht.

Zählt die Zeit des Videografen zur Fotografen-Zeit?

Nein, Fotograf und Videograf arbeiten unabhängig voneinander und werden separat gebucht. Wenn beide am selben Tag da sind, sollte man bei der Ablaufplanung berücksichtigen, dass bestimmte Momente wie das Paarshooting etwas mehr Zeit brauchen, weil beide ihre Aufnahmen machen wollen.

Fünfzehn bis dreißig Minuten Puffer beim Shooting reichen dafür in der Regel aus.


Euripidis Kitsos

Euripidis Kitsos fotografiert seit 2011 Hochzeiten in Stuttgart und Esslingen. Spezialisiert auf dokumentarische Reportagen und griechisch-orthodoxe Zeremonien. Die Themen in diesem Ratgeber entstehen aus Gesprächen mit Paaren, vor und nach der Hochzeit.

Eure Stundenzahl steht. Zeit für Schritt zwei: Pakete vergleichen und schauen, was in eurem Format enthalten ist.

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